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Risikoaffin - Chinas Geschäfte in Mali

asia arab monitoring
20. Aug. 2025
2 Min. Lesezeit

Die Entführung chinesischer Arbeiter einer Zuckerfabrik Anfang August mit entsprechenden Lösegeldforderungen, die auf das Konto der Terrorkoalition JNIM gehen soll, wirft ein erneutes Schlaglicht auf die Verwundbarkeit chinesischer Interessenverfolgung im Sahel. Vor dem Hintergrund verschiedener chinesischer Investitionen in Mali hatten wir im April folgende Einschätzung gegeben:


Nahezu grotesk wird die Situation mit Blick auf Mali. Die Webseite der chinesischen Botschaft vermittelt das Bild weitgehender Normalität, mit Seminaren zur Verbesserung der städtischen Versorgung. Das chinesische Handelsministerium beschreibt seinerseits in einem Investitionsführer die unterschiedlichen Projekte mit chinesischer Beteiligung, darunter Lithiumförderung, Straßen und Brückenbau. Im Rahmen der Teilnahme des durch einen Putsch an die Macht gekommenen Übergangspräsidenten Goita an der FOCAC im September 2024 wurden verschiedene Verträge zu Solarparks und militärischer Unterstützung durch die Rüstungsfirma Norinco eingegangen. Umso gegensätzlicher erscheint die Beschreibung der Sicherheitslage in Mali. In demselben Monat, in dem in Peking die FOCAC stattfand, griffen Kämpfer der Hama’at Nusrat Al Islam wal Muslimeen (JNIM) Ziele in der Hauptstadt an. (https://www.ispsw.com/wp-content/uploads/2025/04/1121_amicus_sharqi.pdf).


Die jüngste Entführung vermittelt das Bild weiter zunehmender Risiken. Sie folgt auf einen bewaffneten Angriff und die Zerstörung einer chinesischen Baufirma im Mai. Andere Entwicklungen kommen hinzu. Die malische Putschregierung selbst spricht davon, vor wenigen Tagen einen weiteren coup d'etat verhindert zu haben. Russland, auf das Bamako setzte, ist zwar mit dem Afrikakorps - ehemals Wagner Gruppe - noch präsent, hat aber erkennbar Verluste, wie zuletzt besonders im Juni, zu verzeichnen.


Obwohl sich die Volksrepublik offiziell zurückhält und nur gegenüber chinesischen Journalisten die Entführung von Staatsbürgern zugab, sind Zeichen von Besorgnis erkennbar. Am 19.08. besuchte der Vertreter der chn Botschaft Liu Kaiyuan die Nationalpolizei, deren Direktor versicherte, dass alles unternommen werde, die chinesichen Investitionen und Staatsbürger zu schützen. Indirekt lässt sich aufgrund derartiger Versicherungen auf Defizite schließen. Immerhin hatte die chinesische Botschaft bereits Ende Juli vor der Ausbreitung terroristischer Aktivitäten im Süden gewarnt.


Als Randaspekt stellt sich zudem die Frage, ob sich die Investitionen von Ganfeng in den Lithiumabbau in Mali am Ende tatsächlich lohnen. Der Marktpreis von Lithium fiel nach einem Höhenflug zwischen 2021 und 2023 zuletzt stark und erholte sich kürzlich etwas, nachdem die chinesische CATL die Stilllegung einer Mine verkündete, die etwa vier Prozent des weltweiten Angebots bediente (financial times vom 12.08.2025).

 
 
 

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