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Luftgeschäfte

  • asia arab monitoring
  • 6. Sept. 2024
  • 1 Min. Lesezeit

Die Flugschau eines chinesischen Transportflugzeuges (Yun-20) und mehrerer J-10 Kampfflugzeuge über den Pyramiden Kairos findet insbesondere in den chinesischen Medien Beachtung. Spekulationen über den Erwerb von chinesischen J-10 Kampfflugzeugen durch Ägypten schließen sich an.


Verschiedene Aspekte können in diesem Zusammenhang erwähnt werden. Als die J-10 erstmals auf der Flugzeugmesse in Zhuhai vor über einem Jahrzehnt vorgestellt wurde, war sie ein Beispiel für die raschen technologischen Fortschritte Chinas. Seither versucht Peking die Auslandsversion zu vermarkten, bislang jedoch nur mit begrenztem Erfolg. Das chinesische Interesse, endlich einen Zugang zu dem Markt im Mittleren Osten zu erhalten, dürfte entsprechend groß sein und den Anreiz für die auffällige Flugschau über einem der sieben Weltwunder verstärkt haben.


Parallel sind die ägyptischen Luftstreitkräfte ständig auf der Suche nach neuen Modellen. Ihr Maschinenpark gleicht - im übertragenen Sinne - einer Musterhaussiedlung (F-16, Rafale, Mig-29, Su-35, Mirage). Pilotenausbildung, Ersatzteilplanung und generell Operationsplanung werden durch die Typenfülle nicht erleichtert. Zwar hat der IWF in seinem letzten Bericht zur wirtschaftlichen Entwicklung Ägypten leichte Fortschritte attestiert, die ökonomische Situation mit einer hohen Inflationsrate und deutlichen Wohlstandseinbussen insbesondere des Mittelstandes bietet eigentlich nicht viel Spielraum im Staatshaushalt. Die Parallelwirtschaft des ägyptischen Militärs, das über eigene, nicht-öffentliche Einnahmen durch seine umfangreiche, monopolistische Wirtschaftstätigkeit verfügt, bietet dafür mehr Optionen.


Die Win-win-Situation der beiden großen Kulturnationen (Orginalton chinesischer Kommentatoren) mag oberflächlich tatsächlich den Interessen einflussreicher Gruppen in beiden Staaten dienen und den Nationalstolz chinesischer Blogger befriedigen, der sozialen Entwicklung Ägyptens dürfte sie nicht nützen.

 
 
 

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