China und die Houthis - Ein Beispiel für Chinas 'verantwortungsvolle Großmachtpolitik'?
- asia arab monitoring
- 1. Aug.
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Mehrere Nachrichtenagenturen berichteten in den letzten Tagen über Absprachen zwischen China und den jemenitischen Houthis mit dem Ziel, chinesischen Schiffen die Passage durch die Straße von Mandab zu gewähren. Laut chinesischen Portalen hat Peking die Absprachen weder dementiert noch bestätigt (m.sohu.com vom 31.07.26). Auf jeden Fall sollen bereits zwei Tanker den Weg aus dem Golf von Aden ins offene Meer gefunden haben (联合早报 vom 30.07.26). Möglicherweise sehen selbst chinesische Kader, dass ein derartiger 'deal' (zudem eine Wiederholung eines früheren Vorgehens) nicht ganz passend ist. Eine Abmachung mit den im Schulterschluss mit dem Iran agierenden Huthis, die im Jemen eine Mitverantwortung für die bürgerkriegsähnliche Situation haben, ist selbst in der momentanen Krise keine verantwortungsvolle Handlungsweise.
Sie weist zudem auf einen Aspekt chinesischer Außenpolitik hin, der weniger in den Schlagzeilen steht, aber dennoch von Bedeutung ist. China unterhält in der Region Beziehungen zu Gruppen, die wenn sie nicht terroristischen Aktivitäten nachgehen, wie die Hamas, dann zum Unterdrücksapparat von Regimen gehören, wie die Pasdaran, oder wie im Falle der Houthis für das Chaos im Land Mitverantwortung tragen. Und erneut zeigt sich, dass sie vorwiegend dem wirtschaftlichen Nutzen Pekings dienen. Auch mit den Pasdaran im Iran, den Schöpfern von in westlichen Staaten als Terrororganisationen eingestuften Gruppen, lassen sich gute Geschäfte machen. Ob ein derartiges Vorgehen langfristig Sympathien in den anderen Staaten der arabischen Welt generiert, wird sich erst zeigen. Für den Moment sind die wirtschaftlichen Vorteile, die China den unterschiedlichen Staaten bietet, noch zu wichtig.
Zwei deutsche Redensarten fallen dazu ein: "Heiliger Sankt Florian / Verschon' mein Haus, zünd' and're an!" oder mit Goethe: "Die ich rief, die Geister / Werd’ ich nun nicht los".

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