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Vor dem Aufstieg des Yuan?

  • asia arab monitoring
  • 28. Mai 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Die 'Internationalisierung' der chinesischen Währung gehört zu den propagandistischen Zielgrößen der Ära Xi Jinpings. Gerne wird auch der Kampfbegriff 'de-dollarisation' (1)

gebraucht, der einen eher politischen fast schon militärischen Charakter aufweist, da aus Pekings Sicht Washington seine Währung als Waffe einsetzt (2). Kader aus dem chinesischen Finanzsektor verkünden regelmäßig Erfolge auf diesem Gebiet. Der Ukrainekrieg und die durch Trump ausgelöste Vertrauenskrise - beides Anlässe, Alternativen zum USD zu finden - müssten dem RMB eigentlich Flügel verleihen. Tatsächlich wird die aktuelle Situation als Chance wahrgenommen. Ein Blick auf die Staaten des Mittleren Ostens kann auch hier hilfreich sein.


Der Anteil des RMB an weltweiten Zahlungen, der zwischen 3,8 und 4,3 Prozent oszillierte, stieg im April auf 4,7 Prozent, immer noch deutlich hinter dem USD und dem Euro. Politisch hatte die Volksrepublik bereits vor Jahren bei der Weltbank Ziehungsrechte von 12,8 Prozent durchgesetzt. Dabei sorgte bereits die Notwendigkeit, den US-Dollar beim Ölgeschäft mit Russland zu ersetzen, für einen Schub (2017 lag der Anteil des RMB an weltweiten Zahlungen noch bei 2 Prozent). Zudem gehören Vereinbarungen von Währungsswaps mittlerweile zum Standard bei Verhandlungen Pekings mit den unterschiedlichsten Staaten.


Im Mittleren Osten hat Peking Abkommen über RMB-Transaktionen mit einer Reihe von Ländern getroffen. Besonders auffällig ist dabei die Tendenz, für Öllieferungen auf den Yuan zurückgreifen zu wollen. Neben Katar und den VAE ist auch Riad 2023 ein Währungsswap-Abkommen eingegangen. Zahlen zu dem konkreten Umfang von Transaktionen in RMB mit Saudi Arabien liegen jedoch nicht vor. Stattdessen wird die begrenzte Konvertierbarkeit des Yuan durchaus als Hindernis gesehen.


Saudi Arabien bietet in dieser Hinsicht beispielhaft ein Pars pro toto. Fehlende Konvertierbarkeit, intransparentes Verhalten und mangelnde Rechtssicherheit sprechen eigentlich nicht für den internationalen Einsatz der chinesischen Währung, dessen Verbreitung mittels Währungsswaps in erster Linie ein Zeichen des Einflusses und des Durchsetzungswillens Pekings ist. Auch der Umstand, dass trotz der beschriebenen Anstrengungen Pekings der US-Dollar in den letzten zehn Jahren bei dem von SWIFT analysierten internationalen Zahlungsverkehr ständig bis auf zuletzt über 50 Prozent zugelegt hat - während der Euro kürzlich nachließ -, spricht nicht für einen raschen Rollentausch. In Zeiten jedoch, in denen das Weiße Haus selbst für die Abstufung des US-amerikanischen Kreditratings sorgt, müssen Überraschungen eingepreist werden.


(1) Ein chinesisches Schlagwort dazu lautet: 'Sich vom Dollar abkehren '去美元化.

(2) Die dazugehörige Formel: weaponizing the US- Dollar' -  美元武器化

 
 
 

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