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TICAD versus FOCAD – Die Fortsetzung

  • asia arab monitoring
  • 22. Okt. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Im August (https://www.asia-arab-monitoring.com/post/ticad-versus-focac) hatten wir argumentiert, dass das ‚Afrikaprogramm‘ Japans (TICAD), aber auch die Konkurrenzveranstaltungen der EU und der USA es nicht mit Chinas FOCAD aufnehmen können. Im Falle Japans wurden als Gründe genannt: Fehlende Nachhaltigkeit, schnell wechselnde Verantwortliche und ein steigender Nationalismus in Teilen der japanischen Bevölkerung.


Die Realität stellte sich schneller ein, als erwartet. Allem Anschein nach initiierten das japanische Außenministerium in Kooperation mit der JICA (Japan International Cooperation Agency) in Vorbereitung der TICAD- Konferenz vom August ein Projekt namens ‚home town‘, das Kooperationen von vier japanischen Gemeinden mit afrikanischen Staaten vorsah. Sobald dies in die Öffentlichkeit gelangte, stellte sich Ratlosigkeit und Widerstand ein. Bevölkerungsgruppen vermuteten ein Immigrationsprogramm; die Rathäuser in den Gemeinden fanden sich mit einer Flut von Anfragen und Beschwerden konfrontiert. Wegen schwacher Kommunikation, Fehlinformationen und Gegenreaktionen von Teilen der Öffentlichkeit musste das Programm, das bereits mit ausländischen Regierungen besprochen worden war, wenige Wochen nach der TICAD- Konferenz von der JICA eingestellt werden. Es ist ein Beispiel für die erwähnte fehlende Nachhaltigkeit.


Zu den anderen zwei genannten Punkten: Wie prognostiziert hat PM Ishiba, der die TICAD leitete, nach einem Jahr aufgegeben und der ersten Premierministerin Japans, Takaichi Sanae, Platz gemacht. Sie ist für ihre deutlich nationalistischen Positionen bekannt und stützt sich auf eine labile Zusammenarbeit mit einer eher lokal geprägten jungen Partei. Zudem haben die Diskussionen um das ‚home town‘- Projekt und auch die letzten Wahlen in diesem Jahr eine steigende kritische Haltung gegenüber zunehmender Immigration gezeigt.


Obwohl es sich bei dem Thema eher um ein Nebenschauplatz handelt, mit dem sich vorwiegend Spezialisten befassen, könnte es doch von allgemeinerem Interesse sein. Es zeigt exemplarisch, weshalb trotz medialen Hochglanzprojekten die Konkurrenz zur Volksrepublik nicht nur hier schwer fällt. Während Peking seine Programme strategisch und konsequent verfolgt, fehlen an anderen Stellen insbesondere Nachhaltigkeit und Durchhaltevermögen.

 
 
 

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