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Pakistanisch- chinesische Kampfflugzeuge für Libyens Ostarmee

  • asia arab monitoring
  • 6. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Chinas kontinuierliche Ausweitung seiner Waffenexporte in Staaten der MENA- Region und die sich dahinter verbergenden Strukturen lassen sich aktuell auch am Verkauf von JF-17, der pakistanischen Lizenzversion eines chinesischen leichten Kampfflugzeuges, beschreiben. Die Maschinen sollen laut Berichten vom Dezember 2025 an Khalifa Haftar gehen, den ostlibyschen Militärmachthaber, der über eine eigene Armee verfügt, die sich Libysche Nationalarmee (LNA) nennt und sich selbst vor Jahren zum Marschall ernannt hat. Seit Längerem baut er seine Macht mit Hilfe seiner Söhne auf, von denen Sadam aktuell als Stabschef der LNA agiert. Während die Regierung in Tripolis, die Haftar vor einigen Jahren vergeblich militärisch zu stürzen suchte, international anerkannt ist, kann er sich auf die Unterstützung von Staaten wie Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten berufen. Ihnen gilt er als Bollwerk gegen islamistische Tendenzen, die insbesondere in Westlibyen Einfluss besitzen und von der Türkei Hilfe erhielten.


Dass die pakistanisch- chinesischen Flugzeuge an den starken Mann in Ostlibyen gehen, ist daher wenig überraschend. Islamabad pflegt gerade auf militärischem Gebiet enge Beziehungen zu den Golfstaaten, wie eine kürzlich geschlossene Allianz mit Saudi Arabien zeigte. Trotz eines VN- Rüstungsembargos erhielt Haftar regelmäßig Lieferungen aus diesen Ländern. Saudische Unterstützung ging an eine salafistische Kampfeinheit (Madkhali-Salafisten), die eng mit der LNA kooperierte. Und auch mit den Janjawid, aus den die sudanesischen Rapid Support Forces (RSF) hervorgingen, die aktuell in ihrem Herkunftsgebiet Darfur einen schonungslosen Krieg führen, sollen in enger Verbindung zu Haftar stehen. Auch die RSF verfügt über chinesische Drohnen.


Die Volksrepublik, die eigentlich für sich in Anspruch nimmt, international Positionen der Vereinten Nationen (das VN-Rüstungsembargo zu Libyen besteht seit 2011) und internationales Recht zu respektieren, kann sich auf den Standpunkt zurückziehen, nicht der eigentliche Vertragspartner des Rüstungsgeschäfts zu sein. Ohnehin verfügt Haftar bereits über chinesische Drohnen vom Typ Win Loong, die ihm - wie auch im Falle des Sudan - vermutlich von den VAE übergeben wurden. Im Sudan kann Peking direkt oder über den Umweg der VAE sogar Waffen an die sich bekämpfenden Parteien, die reguläre sudanesische Armee und die RSF liefern.


Nachdem die Volksrepublik im Zuge des arabischen Frühling seine Staatsbürger in einer großen Aktion aus dem Land bringen musste und die Wirtschaftsprojekte zum Stillstand kamen, kommt es langsam wieder zu neuen Geschäftsabschlüssen in Libyen. Dass größere Projekte, wie der Seehafen- und Flughafenausbau in Tobruk in den Machtbereich von Haftar fallen, fügt sich in das Bild. Dennoch: Die komplexe Situation in der Region dürfte auch für Peking, das wirtschaftliche Chancen sucht, nicht ganz einfach zu handhaben sein.

 
 
 

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