Chinas 'verheißungsvolle' Außenpolitik - Mauretanien
Der erneute Aufenthalt eines chinesischen Lazarettschiffes ('Verheißungsvolle Arche' Rumpfnummer 868) Ende September in Mauretanien, das der lokalen Bevölkerung medizinische Leistungen anbot, hat außerhalb chinesischer und lokaler Medien wenig Interesse erzeugt. Dennoch bietet sich an, kurz einen Blick darauf zu werfen.
Es war bereits der zweite Besuch eines entsprechenden Schiffes der chinesischen Marine innerhalb weniger Jahre. Für die Volksrepublik und insbesondere die Volksbefreiungsarmee sind die Lazarettschiffe ein bevorzugtes Mittel, eine positive Öffentlichkeit zu schaffen. Parallel nahmen die chinesischen Wirtschaftsprojekte in dem dünn besiedelten Land mit bekannten Rohstoffvorkommen in den vergangenen Jahren kontinuierlich zu. Eine Reihe von staatlichen Infrastrukturprojekten entstand mit chinesischer Unterstützung, darunter ein Sportstadium und der Präsidentenpalast. Dabei fällt aufgrund der umfangreichen Erzlieferungen an China die Handelsbilanz zugunsten Nouakchotts aus[1].
Mauretanien bietet, wenn auch etwas weniger akzentuiert als andere Sahelstaaten, ein weiteres Beispiel für die aktuellen Entwicklungen in der Region. Der Volksrepublik und seinen Unternehmen eröffnete das Vakuum, das der erzwungene Rückzug Frankreichs erzeugte, neue Chancen. Das erneute Angebot zu medizinischer Versorgung durch das Lazarettschiff der VBA flankiert diese Bemühungen.
Parallel sind die chinesischen Hilfsgelder, die in das bevölkerungsarme Land fließen, trotz der eher geringen Summen, besonders sichtbar.

Anmerkung: Die Beziehungen Chinas zu Mauretanien behandelt auch ein Kapitel in: Axel Röhling: China and the Middle East. ISBN 978-9403933177
[1] Siehe hierzu den Handelskompass des Mofcom zu Mauretanien für das Jahr 2025: https://www.mofcom.gov.cn/dl/gbdqzn/upload/maolitaniya.pdf

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